Donnerstag, 6. Februar 2014

30 Jahre Comic Café

Heute mal wieder auf ’ner Comicparty: Das Comic Café in Bremen feierte sein 30-jähriges Bestehen und Ladeninhaber Lothar Bachmann und seine rechte Hand Jan Albin luden zum Treffen. Oder, um in ihren Worten zu sprechen: „Für alle Freunde/ Freundinnen und Kunden/ Kundinnen besteht Anwesenheitspflicht!“ So traf man da heute sowohl die junge Manga-Kundschaft als auch alte Haudegen wie Kai Stellmann – mit dem ich mich natürlich wieder über MIT SCHIRM, CHARME UND MELONE unterhalten habe. Es gab Snacks, Getränke und eine Tombola. Man plauderte über die neuesten Comics und die letzten dreißig Jahre. Februar 1984, Mann Mann, da war ich sechzehn!

Früher in der Friedrich-Ebert-Straße Ecke Osterstraße, seit mehreren Jahren ein paar hundert Meter weiter in der Langemarckstraße, war das Comic Café von Anfang an mein Comicladen. Es war schon immer – wie die meisten Comicläden eben – ein vergleichsweise winziges Ladengeschäft, vollgepackt mit alten und neuen Comicheften, -alben und -büchern. Was kann man da für Schätze finden, wenn man durch die Kästen mit in Schutzfolien gehüllten antiquarischen Druckwerken blättert! Und im Neuheiten-Regal findet man alles, was man da sucht.

Comic Café, das heißt für mich: Spirou und Fantasio, Tim und Struppi, Clever & Smart, Adeles ungewöhnliche Abenteuer, Dylan Dog, neue amerikanische Comics und alte ZACK-Hefte. Als ich Ende der Achtziger Zivildienst in einem Städtchen im nordöstlichen Niedersachsen machte, kam ich jedes Wochenende zurück nach Bremen. Eine meiner Stationen war immer dieser Laden, wo ich mich dann mit Lesestoff für die nächste Woche eindeckte.

In den Neunzigern kamen die amerikanischen Comics wieder ganz groß raus. Da waren statt antiquarischer franko-belgischer Comics plötzlich aktuelle Superheldencomics und Graphic Novels aus den USA die Hauptattraktion im Comic Café. Ich kam einmal im Monat in den Laden und holte meine Bestellungen aus dem Previews-Katalog von Diamond ab, dem großen amerikanischen Comicvertrieb, der das Comic Café einmal die Woche beliefert. Manchmal kam ich auch jede Woche.

Jahrelang hat das Team des Comic Cafés auch die Bremer Comicbörse organisiert, die im Konsul-Hackfeld-Haus in der Birkenstraße stattfand. Eine Zeit lang gab es auch monatliche Treffen von Trading-Card-Sammlern. Immer noch habe ich hier ein Fach, in dem meine Bestellungen landen. Immer noch kann man hier jederzeit in tiefsinnige Gespräche mit Comic-Fachleuten verwickelt werden. Und als ich neulich mal dringend ein Original-Piccolo aus den Fünfzigern brauchte, da hatten sie auch das aus ihren geheimnisvollen Beständen im Hinterzimmer sofort parat. Ein richtiger Comicladen halt, in dem man sich wohlfühlen kann.

1 Kommentar:

Olaf Brill hat gesagt…

Kai Stellmann präzisiert einige Fakten zur Bremer Comicgeschichte:

„Alle letzten Comicbörsen (ab 1997 bis 2000?) hatten Lothar und ich zusammen gemacht. Die erste (1993?) hatte ich allein angeleiert, und dann aber wegen Zeitmangel an Stefan Siedau abgegeben, der dann auch die zweite (und dritte?) gemacht hatte."

(Stefan war der ursprüngliche Inhaber des Comic Cafés, der den Laden 1998 an Lothar übergeben hatte.)

Kommentar veröffentlichen

Kommentare werden zurzeit vor Veröffentlichung gecheckt und in der Regel innerhalb weniger Stunden freigeschaltet.