Freitag, 15. November 2013

Lieblingscomics (1): Spirou: Fauler Zauber in Afrika

Im Nationalpark Niokolo-Koba im Senegal verschwinden Tiere und Menschen spurlos. Der abenteuerlustige Spirou und sein Reporterfreund Fantasio geraten in diese wilde Geschichte, als mitten in Paris der UNESCO-Abgeordnete Folleg in ihr Taxi stürzt und ihnen einen Koffer mit einem geheimnisvollen Amulett übergibt. Und dann ist Folleg, der von einem Gangster verfolgt wird, plötzlich verschwunden. Nur seine Kleider liegen noch im Taxi. Das Amulett stammt von Follegs Onkel, dem Zauberer Mansa Mussa, der in einem kleinen Mandingo-Dorf in Niokolo-Koba lebt. Spirou, Fantasio und natürlich auch das Eichhörnchen Pip machen sich sofort auf nach Afrika, um das Amulett zurückzubringen. Dort treffen sie auf neue und alte Freunde und eine ganze Reihe zwielichter Typen. Mansa Mussa ist von ein paar schweren Jungs entführt worden. Aber auch Elefanten, Büffel und Krieger eines Bassari-Stammes lösen sich über Nacht in Luft auf.

Dieses bunte Afrika-Abenteuer war das fünfte SPIROU-Album aus der Feder von Jean-Claude Fournier (der sich auf der vierten Seite als Fahrer, dem das Auto geklaut wird, mit einer Selbstkarikatur verewigte). Es enthält einen stets zum nächsten Abenteuer bereiten Spirou, einen cholerischen Fantasio und viele wunderschöne Nebenfiguren, so Major Plum-Park, den hochnäsigen Schotten, Spirous und Fantasios neuen Freund Prugal Knape, der an jeder Ecke in Afrika Verwandte zu haben scheint, und den armen Fega Maldas – wenn einer vom Auto fällt, dann er. Das Eichhörnchen Pip hofft in Afrika Nüsse zu finden, und auch die pfiffige Reporterin Ororea mischt wieder mit – kein Wunder, dass Fantasio bis über beide Ohren in sie verknallt ist.

Ich erinnere mich genau, dass ich diese Geschichte bereits als Kind in einem Comicmagazin gelesen habe, und dass sie mir schon damals gut gefallen hat. Ich habe ein wenig recherchiert und zu meiner Überraschung in der Kaukapedia herausgefunden, dass es sich bei dem Comicmagazin um FIX UND FOXI im Jahr 1975 gehandelt haben muss. Dort lief SPIROU als „Pit und Pikkolo“, und die Geschichte, die damals brandneu war, bekam den schönen deutschen Erstveröffentlichungstitel: „Schwere Jungs und fauler Zauber“. Im Anschluss wurde gleich das Folgealbum „Apfelsaft für Alpha zwo“ (später: „Apfelwein für Xorien“) veröffentlicht, eine Geschichte, an die ich mich auch sehr gerne erinnere und über die ich vielleicht später hier mal was schreibe.

Die restlichen Comics im FIX-UND-FOXI-Magazin scheinen keinen großen Eindruck auf mich gemacht zu haben, denn ich habe keine Erinnerung an die anderen dort verzeichneten Geschichten. Aber dieser faule Zauber hat es mir angetan: Dabei gefällt mir besonders, wie hier Funny und Realismus, Abenteuer, Zauberei und Detektivspiel ganz reibungslos miteinander verbunden werden. Fournier beherrscht das fabelhaft, und die Geschichte – 1984 deutsch als Album bei Semic, 1989 bei Carlsen, Neuausgabe 2004 – gefällt mir heute so gut wie damals als Achtjährigem.

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